08.01.2020 07:13 // „Ein Stück Heimat und Familie“

Zum 1. Januar 2020 ist Christine Förster, die 45 Jahre für das Westpfalz-Klinikum tätig war, in Rente gegangen. In den vergangenen 14 Jahren leitet sie die Westpfalz-Klinikum Instrumentenaufbereitungs-GmbH (WKI).

Christine Förster

Wie war Ihr Werdegang im Westpfalz-Klinikum?
Christine Förster: Nach meiner Ausbildung zur Krankenschwester in Neunkirchen habe ich 1977 am Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern angefangen. Erst arbeitete ich drei Jahre im urologischen OP, dann im chirurgischen OP. Ich übernahm die OP-Leitung und später die Gesamt-OP-Leitung. Insgesamt war ich rund 30 Jahre im OP tätig, bevor ich 2006 als Betriebsführung an die Westpfalz-Klinikum Instrumentenaufbereitungs-GmbH wechselte.

Was waren Ihre Beweggründe, ins WKI zu wechseln?
Als die Stelle ausgeschrieben wurde, war ich 50 Jahre alt. Ich dachte: Das ist meine letzte Chance, etwas Neues zu machen. Ergänzen Sie den Satz: Das Westpfalz-Klinikum ist für mich… …ein Stück Heimat und Familie. Hat es Sie nie gereizt, mal etwas (ganz) anderes zu machen? Ich war immer stolz darauf, in meinem ganzen Berufsleben nur einen Arbeitgeber gehabt zu haben – abgesehen von den Jahren meiner Krankenpflege-Ausbildung in Neunkirchen. Es war für mich nie ein Thema, woanders hinzugehen.

Was war vor zehn Jahren in der Instrumentenaufbereitung anders als heute?
Die OPs sind immer aufwändiger und komplexer und gleichzeitig auch schonender für die Patienten geworden. Damit sind auch die Anforderungen an die Instrumentenaufbereitung gestiegen. Für den OP-Roboter DaVinci zum Beispiel, der seit 2019 im Einsatz ist, mussten spezielle Reinigungsgeräte angeschafft werden. Diese haben uns rund 100.000 Euro gekostet.

In anderen Kliniken gab es immer wieder Skandale im Hinblick auf die Instrumentenaufbereitung. Wie war das hier?
Wir haben adäquat auf die gestiegenen Anforderungen reagiert und unsere Qualität kontinuierlich gesteigert. So konnten wir mittlerweile bereits die 3. Rezertifizierung nach DIN EN ISO 13485:2016 erreichen. Damit sind alle unsere Prozesse ganz klar beschrieben und bewertet. Darüber hinaus haben wir als zusätzlichen Qualitätsstandard das Vier-Augen-Prinzip eingeführt, das von den Auditoren immer wieder gelobt wurde.

Was hat Ihnen an Ihrer Arbeit am meisten Spaß gemacht?
Bei der Arbeit im WKI war mir meine langjährige Erfahrung im OP von großem Nutzen. Diese Erfahrung an meine Mitarbeiter weiterzugeben, das hat mir Spaß gemacht. Außerdem werde ich meine Kollegen vermissen, mit denen ich morgens gemeinsam gefrühstückt habe.

Gab es auch Dinge, die sie frustriert haben?
Es gab immer mal wieder Kommunikationsprobleme zwischen uns und dem OP. Um solche Probleme zu vermeiden, müssen unsere Mitarbeiter Praktika im OP machen. Ich halte es auch für sinnvoll, dass die OP-Mitarbeiter mal ins WKI kommen.

Was möchten Sie Ihrem Nachfolger mit auf den Weg geben?
Ich wünsche ihm alles Gute, Erfolg, Geschick im Umgang mit den Mitarbeiter und den Kunden. Wir haben ja auch ganz viele externe Kunden – Praxen und Krankenhäuser, die ihre Instrumente von uns aufbereiten lassen.

Was haben Sie sich für die Zeit danach vorgenommen?
Ich werde es genießen, mal Zeit mit meinem Pferd verbringen zu können, ohne auf die Uhr schauen zu müssen. Denn die Besuche im Stall waren in der Vergangenheit immer mit ein bisschen Stress verbunden. Außerdem wollte ich schon immer Italienisch lernen. Und dann ist da noch meine Enkelin. Die fragt schon die ganze Zeit: „Oma, wann bist zu jetzt endlich Rentnerin?“

Wie geht es im WKI weiter, wenn Sie weg sind?
Es geht ganz normal weiter. Man wird gar nicht merken, dass ich weg bin.