19.08.2019 07:22 // Besondere Zeit, besondere Hilfe

Die Hebammenschülerinnen Sophie Herth und Nadine Gegenfurtner bereiten sich auf einen verantwortungsvollen Beruf vor.

Elena Stirnemann (v.l.), Sophie Herth, Nadine Gegenfurtner und Andrea Bergsträßer

Für Sophie Herth geht mit ihrer Ausbildung zur Hebamme ein Wunsch in Erfüllung. Schon in der 11. Klasse entschied sich die Schülerin für diesen Weg. Damals absolvierte sie ein Sozialpraktikum auf der Wöchnerinnenstation und begleitete ihre Tante, die ebenfalls Hebamme ist, bei der Arbeit. „Es ist toll, wenn man bei einer Geburt dabei sein und dieses kleine Wunder erleben kann“, sagt die 20-Jährige.

Wenige Monate nach ihrem Abitur startete Sophie Herth 2018 ihre Ausbildung an der Hebammenschule Schule Speyer, wo sie auch den theoretischen Teil ihrer Ausbildung absolviert. Für den praktischen Teil ist sie am Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern, wechselt zwischen der Wöchnerinnenstation, der Station 9/4, der Kinderklinik, dem OP und natürlich dem Kreißsaal, der für die Schülerin besonders spannend ist. Denn: „Man weiß nie, was einen erwartet, wenn man morgens in den Kreißsaal kommt“, sagt sie.

Wickeln, Pucken, Stillberatung

Auch Nadine Gegenfurtner ist seit 2018 Hebammenschülerin an der Hebammenschule Speyer und am Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern. Nach einem Semester Studium der Betriebswirtschaftslehre hat sie jetzt die richtige Ausbildung für sich gefunden. „Zum einen finde ich die Arbeit mit Babys ganz toll. Zum anderen gefällt es mir, dass ich als Hebamme Frauen in einer ganz besonderen Zeit helfen kann“, sagt die 20-Jährige.

Während die Schülerinnen im Kreißsaal erst mal nur beobachten und so viel mitnehmen wie möglich, dürfen sie auf der Wöchnerinnenstation auch jetzt schon mit anpacken. Wickeln, Pucken, Stillberatung – „sobald wir eine Anleitung bekommen haben, können wir helfen“, sagt Nadine Gegenfurtner.

In Speyer die Theorie, in Kaiserslautern die Praxis

Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett sind besondere Lebenssituationen, in denen Hebammen in der ganzheitlichen und lebensnahen Begleitung und Betreuung frauenorientiert und familienfreundlich handeln. Die Hebammenschule Speyer und das Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern bilden dafür gemeinsam aus. „Die Kooperation mit Speyer ist ein sehr guter Weg, unseren eigenen Hebammennachwuchs zu sichern. In Speyer die Theorie, im WKK die Praxis, das klappt sehr gut“, sagt Andrea Bergsträßer, Pflegedirektorin am Westpfalz-Klinikum.

Die dreijährige Hebammenausbildung wird seit Oktober 2018 verpflichtend mit dem Dualen Bachelorstudiengang Hebammenwesen an der Hochschule Ludwigshafen kombiniert. Im Hochschulstudium vertiefen die Hebammenschülerinnen vom zweiten bis vierten Semester in Teilzeit gesundheits-, sozial- und hebammenspezifische Grundlagen. Nach Beendigung der Hebammenausbildung mit erfolgreichem Examen folgt der zweite Studienabschnitt in Vollzeit vom 5. bis zum 7. Semester. Die Hebammen erhalten nach erfolgreichem Abschluss den europaweit anerkannten Grad „Bachelor of Science (B.Sc.)“.

Elena Stirnemann, Pflegedienstleiterin am Westpfalz-Klinikum, sagt: „Hebammen übernehmen eine verantwortungsvolle Aufgabe. Sie beinhaltet die eigenverantwortliche Durchführung der Geburt, die Erstversorgung des Neugeborenen, das Erkennen von Regelwidrigkeiten und die rechtzeitige Hinzuziehung eines Arztes beim Auftreten von Komplikationen. Durch die Möglichkeit des Dualen Studiums sind sie darauf bestens vorbereitet.“

Von der Geburtsvorbereitung bis zur Nachsorge

Bis zum Ende ihrer Ausbildung und ihres Studiums ist es noch ein weiter Weg. Dennoch haben die beiden Hebammenschülerinnen schon konkrete Vorstellungen, wie es danach weitergehen soll. „Ich möchte gerne zum Teil in einer Klinik und zum Teil freiberuflich arbeiten“, sagt Sophie Herth. Als freiberufliche Hebamme würde sie dann gerne Geburtsvorbereitungskurse, Rückbildungskurse und Nachsorge anbieten.

Und auch für Nadine Gegenfurtner scheint es reizvoll, sowohl in einem klinischen Umfeld als auch als Freiberuflerin zu arbeiten. Die Frauen von der Vorbereitung auf die Geburt bis zur Nachsorge zu begleiten – das ist es, was sie will.