26.06.2019 08:21 // Radiologie stellt sich neu auf

Das Institut für Radiologie am Standort Kaiserslautern hat einen neuen Chefarzt. Im Interview erzählt Prof. Dr. med. Reinhard Meier mehr über sich, seine Ziele und die Neugestaltung der Radiologie.

Prof. Dr. med. Reinhard Meier, Chefarzt des Instituts für Radiologie

Was sind die Eckpunkte Ihrer bisherigen Karriere?
Nach meinem Medizinstudium in München, Nizza und San Francisco promovierte ich und absolvierte ein Forschungsaufenthalt als Postdoc in San Francisco. Danach arbeitete ich von 2007 bis 2014 als wissenschaftlicher Assistent und am Ende als Oberarzt am Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie am Klinikum rechts der Isar der TU München. Es folgten die Habilitation und von 2014 bis 2016 eine Stelle als Leitender Oberarzt und Stellvertretender Ärztlicher Direktor sowie Sektionsleiter für Interventionelle Radiologie in der Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Ulm. In den letzten zwei Jahren arbeitete ich als Direktor der Klinik für Radiologie am Isarklinikum München.

Was begeistert Sie an Ihrem Beruf?
Das interdisziplinäre Arbeiten mit Kollegen aller Fachrichtungen und die enormen technischen Fortschritte in der radiologischen Diagnostik und minimal-invasiven Therapie. Als eine der zentralen Schnittstellen in der Medizin hat die Radiologie eine große Verantwortung gegenüber den klinischen Partnern und den Patienten; auf unseren Einschätzungen basiert oft die Entscheidung über eine Therapie.

Worauf sind Sie besonders stolz?
Meine Familie mit einem wunderbaren fünfjährigen Sohn. Warum haben Sie sich für einen Wechsel ans Westpfalz-Klinikum entschieden und was reizt Sie an Ihrer neuen Aufgabe? Da gibt es viele Gründe: Zum einen ist es sicherlich die Möglichkeit, in einem Krankenhaus der Maximalversorgung die ‚neue‘ Radiologie mit einem erfahrenen Team mitgestalten zu dürfen. So planen wir eine vollständige Erneuerung der Radiologie mit Neuanschaffungen von nahezu allen Bildgebungsmodalitäten. Als erstes werden wir drei modernste Kernspintomografen im Herbst in Betrieb nehmen. Dadurch werden sich die Wartezeiten für die MR-Bildgebung erheblich verkürzen. Mit den neuen Geräten wird die Radiologie weitere, vollständig neu gestaltete Räumlichkeiten beziehen.

Des Weiteren werden wir im Rahmen der Bildung des Neurozentrums unsere Neuroradiologie personell deutlich verstärken und dabei die Zusammenarbeit mit den Kliniken für Neurologie und Neurochirurgie intensivieren. Neben der modernsten Diagnostik wollen wir innovative personalisierte Therapien zur Behandlung von Gefäß- und Krebserkrankungen verstärkt anbieten und eine radiologische Fachambulanz inklusive eigener Therapiestation etablieren. Gemeinsam mit meinem Team werden wir daher bestehende Schwerpunkte ausbauen und zusätzlich neue Akzente in der Patientenversorgung am WKK setzen.

Sie haben einen Anbieter von Online-Sprechstunden mitgegründet. Wie wollen Sie diese Erfahrung hier am Westpfalz-Klinikum einbringen?
Die gewonnene Expertise einer agilen Arbeitsweise im Startup möchte ich gerne in meiner tagtäglichen Arbeit mit meinem Team in der Radiologie, aber auch in der Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen anderer Fachbereiche umsetzen. Außerdem würde ich gerne meine Kenntnisse in der Digitalisierung auch im Gesamtsetting des Klinikums einfließen lassen. Hier stehen zahlreiche Themen an, zum Beispiel die digitale Patientenakte oder möglicherweise auch Online-Sprechstunden für unsere Patienten an den unterschiedlichen Standorten des Westpfalz-Klinikums.

Gibt es etwas, das Sie schon jetzt an der Pfalz mögen?
Land, Leute, ein kleines italienisches Bistro in der Innenstadt und die einmalige Atmosphäre auf dem Betzenberg beim Spiel gegen den FC Bayern München.