25.10.2018 09:05 // Moderne Medizin im interdisziplinären Austausch

Eine herausragende neurochirurgische Versorgung in Kaiserslautern sicherzustellen – das ist sein Ziel. Dafür will sich Priv.-Doz. Dr. med. Kajetan von Eckardstein, der seit 15. Oktober Chefarzt der Neurochirurgie am Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern ist, gemeinsam mit seinem Team einsetzen. Im Interview erzählt der 46-Jährige, warum er sich für das Westpfalz-Klinikum entschieden hat und welche Ziele er sich für die kommenden Jahre gesetzt hat.

Was sind die Eckpunkte Ihrer bisherigen Karriere?
Dr. von Eckardstein: Nach meinem Studium in Berlin habe ich im Klinikum Berlin-Buch meine Assistentenzeit durchlaufen und hatte dort auch meine erste Oberarztstelle inne. Zwischen 2006 und 2008 war ich neurochirurgischer Fellow an der renommierten Mayo Clinic in Rochester, Minnesota, USA. Seit 2008 war ich Oberarzt an der Universitätsmedizin Göttingen und dort seit 2011 als Leitender Oberarzt tätig.

Was begeistert Sie an Ihrem Beruf?
Zunächst: Die Zusammenarbeit mit Menschen! Die Freude, Menschen helfen zu können und zumindest Leiden mindern zu können. Aber auch das Fach der Neurochirurgie begeistert mich seit dem Studium. Das menschliche Gehirn ist in seiner faszinierenden Anatomie und komplexen Funktion einzigartig. Wir sind nach wie vor ganz am Anfang, unser Denkorgan tatsächlich zu verstehen. Mit den modernen Methoden der Mikrochirurgie, also präziser Eingriffe am Gehirn unter dem Operationsmikroskop, können wir viele Erkrankungen erfolgreich behandeln.

Worauf sind Sie besonders stolz?
Meine Familie mit vier wunderbaren Kindern erfüllt mich mit Glück und mit ein wenig Stolz.

Warum haben Sie sich für das Westpfalz-Klinikum entschieden?
Das Westpfalz-Klinikum ist ein großes Haus der Maximalversorgung mit kurzen Wegen zwischen den Abteilungen. Gerade in der Medizin ist die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Fachabteilungen wichtig, da auch die Erkrankungen der Patienten nicht an der Tür zu anderen Abteilung haltmachen. Durch bestehende enge Kooperationen mit den anderen Fachdisziplinen, wie ich sie bei meinen ersten Besuchen im Westpfalz-Klinikum kennengelernt habe, kann hier tatsächlich moderne Medizin im interdisziplinären Austausch erfolgen. Eine Medizin der kurzen Wege kommt den Patienten unmittelbar zugute.

Auch war für mich entscheidend, dass sich das Westpfalz-Klinikum in kommunaler Trägerschaft befindet. Durch die regionale Verankerung spielt es eine große Rolle im städtischen Leben und bietet eine wohnortnahe Versorgung auf höchstem Niveau.

Was zeichnet die Klinik für Neurochirurgie am Westpfalz-Klinikum Ihrer Meinung nach aus?
Mein Vorgänger im Amt, Prof. Dr. med. Jens Lehmberg, hinterlässt eine topmodern ausgestattete Klinik mit chirurgischen Instrumenten und Geräten der jüngsten Generation. Vielleicht wichtiger als die technische Ausstattung sind jedoch ein motiviertes und hochqualifiziertes Team, sowohl im ärztlichen als auch im pflegerischen Bereich. Viele der Mitarbeiter der Neurochirurgischen Klinik habe ich schon zumindest kurz kennengelernt – sie sind die tragende Säule der Klinik!

Was reizt Sie an Ihrer neuen Aufgabe?
Natürlich ist es immer reizvoll, als Chefarzt einer Abteilung selbst gestalten zu können, Operationstechniken festzulegen, eigene Akzente zu setzen. Alle Erfahrungen meiner chirurgischen Lehrer aus Berlin, den USA und aus Göttingen kann ich hier in eine optimale Patientenversorgung einfließen lassen. Auf der anderen Seite gibt es in Kaiserslautern exzellente Neurochirurgen, die ihre eigenen Erfahrungen gemacht haben, von denen auch ich profitieren kann. Das Ziel muss sein, gemeinsam im Team eine herausragende neurochirurgische Versorgung in Kaiserslautern sicherzustellen.

Welche Ziele haben Sie sich für die kommenden Jahre gesetzt?
Bereits jetzt sind alle Bereiche der Neurochirurgie in Kaiserslautern optimal abgedeckt. Es gibt jedoch zwei Bereiche, die ich gerne aus- und aufbauen möchte; zum einen die Gefäßneurochirurgie, zum anderen die Tiefenhirnstimulation.

Die vaskuläre Neurochirurgie, also die Gefäßneurochirurgie, ist die Chirurgie von Gefäßveränderungen im Gehirn, unter anderem von Aneurysmen. Parallel zur Neubesetzung der Neurochirurgie wird in diesem Jahr am Westpfalz-Klinikum Kaiserlautern ein eigenständiges Institut für Neuroradiologie aufgebaut, welches für eine umfassende Versorgung der Patienten mit solchen Veränderungen notwendig ist. Diesen Aufbau möchte ich gerne interdisziplinär begleiten.

In den vergangenen Jahren habe ich in Göttingen viele Patienten mit bestimmten neurologischen Bewegungsstörungen, unter anderem dem Morbus Parkinson, chirurgisch durch die Implantation von Hirnschrittmachern behandelt. Es ist mein Plan, auch hier in Kaiserslautern diesen Eingriff anbieten zu können, da hiervon tatsächlich sehr viele Patienten profitieren können.

Was möchten Sie verändern?
Viel wird man zumindest zunächst nicht verändern müssen – die Klinik ist bereits sehr gut aufgestellt.

Gibt es etwas, das Sie schon jetzt an der Pfalz mögen?
Meine Familie und ich kennen die Pfalz kaum. Während meiner Besuche in den letzten Monaten bin ich zahlreichen sehr offenen und freundlichen Menschen begegnet – ich glaube, dass wir uns hier sehr wohl fühlen können. Mein achtjähriger Sohn freut sich schon jetzt sehr über die Fußballbegeisterung der Lauterer und hofft auf einen baldigen Stadionbesuch.