19.07.2018 09:46 // Mit Teamarbeit zum Erfolg

Reibungslose Abläufe im Schockraum sind wichtig, um wertvolle Zeit zu sparen und das Überleben des Patienten zu sichern. Ein interdisziplinäres Training soll helfen, die Zusammenarbeit und Kommunikation von Anästhesisten, Unfallchirurgen, Viszeralchirurgen und Pflegekräften weiter zu verbessern

Schockraumtraining

Anästhesisten, Unfallchirurgen, Viszeralchirurgen und Pflegekräften trainieren gemeinsam, um die Abläufe im Schockraum zu optimieren.

Um Schwerstverletzte im Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern optimal behandeln zu können, haben Anästhesisten, Unfallchirurgen, Viszeralchirurgen und Pflegekräfte jetzt ein hausinternes Schockraumtraining absolviert. „Bei der Versorgung von schwerverletzten und polytraumatisierten Patienten ist Teamarbeit gefragt. Die Zusammenarbeit des gesamten Teams ist am Ende ein entscheidender Faktor für den Behandlungserfolg“, sagt Priv.-Doz. Dr. med. Markus Muhm, Oberarzt in der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie 1 in Kaiserslautern.

„Nichts darf dem Zufall überlassen werden“

Mit Hilfe von Laiendarstellern, die schwerstverletzte Patienten simulierten, konnte das Schockraumtraining so realistisch wie möglich gestaltet werden. Aufgabe der zusammengestellten Behandlungsteams aus Ärzten der Anästhesie, Unfallchirurgie und Viszeralchirurgie sowie anästhesiologischen Pflegekräften war es, die Patienten nicht nur am Leben zu halten, sondern auch notwendige diagnostische Maßnahmen sowie notfallmedizinische Eingriffe durchzuführen. Die Übung erfolgte unter den geschulten Augen von ärztlichen Tutoren der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie 1 sowie der Klinik für Anästhesie, Intensiv-, Notfallmedizin und Schmerztherapie 1.

„Ein Außenstehender kann bei der raschen Arbeit von vielen Personen an einem Patienten schnell den Überblick verlieren“, sagt Dr. Muhm. Aber jede Disziplin handelt entsprechend ihrer standardisierten Behandlungspfade und Leitlinien. Die Arbeit eines jeden ist koordiniert und auf die Arbeit des anderen abgestimmt. Doch wie lernt der Chirurg seinem Kollegen der Anästhesie in einer schwierigen Notfallsituation blind zu vertrauen? Kann sich der Anästhesist blind darauf verlassen, dass der Chirurg ungefragt und zum richtigen Zeitpunkt den entscheidenden „Griff“ macht? „Da es buchstäblich um jede Sekunde geht, darf nichts dem Zufall überlassen werden. Deshalb müssen solch komplexe Abläufe im Schockraum regelmäßig trainiert werden“, erläutert Dr. med. Marc Geimer, Oberarzt in der Klinik für Anästhesie und Notfallmedizin 1 in Kaiserslautern.

„Kommunikation ist ein Schlüssel für die erfolgreiche Zusammenarbeit“

Obwohl die Versorgung von Schwerstverletzten im Westpfalz-Klinikum seit Jahren auf höchstem Niveau erfolgt, sollen durch ein Simulationstraining die Zusammenarbeit und Kommunikation in der Primärversorgung noch intensiver geübt werden. Ein reibungsloser Ablauf in der Akutphase der Schockraumversorgung ermöglicht es, wertvolle Zeit einzusparen und damit das Überleben des Patienten zu sichern und das Risiko der Spätkomplikationen zu minimieren. „Gerade die Kommunikation zwischen den beteiligten Disziplinen ist häufig ein Schlüssel für die erfolgreiche Zusammenarbeit“, sagt Dr. Geimer.

Aufgrund der erfolgreichen Pilotschulung sind weitere regelmäßige Trainingseinheiten zur Verbesserung der Zusammenarbeit in der Schockraumversorgung im Westpfalz-Klinikum geplant. Die Schockraumtrainings werden standortübergreifend durchgeführt.